Basale Soziologie: Soziologie der Politik - download pdf or read online

By Richard Münch

ISBN-10: 332285406X

ISBN-13: 9783322854063

ISBN-10: 3531114395

ISBN-13: 9783531114392

Das vorliegende Buch solI in die Soziologie der Politik einfiihren. Ein Einfiihrungsbuch ist kein Lehrbuch. Diese Unterscheidung mochte ich nachdriicklich unterstreichen. Von einem Lehrbuch iiber ein Wis­ senschaftsgebiet erwartet guy eine moglichst vollstandige Reprasen­ tation des in einem Gebiet akkumulierten Wissens. Je mehr dieses Wissen kodifiziert ist, urn so mehr kann das Studium eines Lehr­ buchs die Lektiire der Originalliteratur ersetzen. Demgegeniiber hat eine Einfuhrung in ein Wissenschaftsgebiet einen ganzlich anderen Charakter. Sie vermittelt nicht primar Wissen und sie ersetzt auf keinen Fall die Lektiire der Originalliteratur, vielmehr bietet sie dem Leser im wortlichen Sinne eine erste Ein-Fuhrung in Neuland an, die ihn mehr und mehr befahigen soIl, sich selbstandig in dem fur ihn neuen Land zu bewegen. Das bedeutet, daB dem Leser in allererster Linie eine Perspektive auf den Weg gegeben werden muB, eine kog­ nitive Landkarte, die ihn zu selbstandigen Exkursionen befahigt. Diese Aufgabe einer Einfuhrung solI hier im Vordergrund stehen. Sie kann und darf deshalb kein Literaturbericht sein, sie vermittelt kein lexikalisches Wissen, sondern die spezifisch soziologische Perspektive in der Betrachtung von Politik. Diese Zielsetzung solI schon durch den Titel "Soziologie der Politik", an stelle des gebrauchlichen Titels "Politische Soziologie", zum Ausdruck gebracht werden. Natiirlich kann guy auch den Begriff "Politische Soziologie" mit der Betonung auf Soziologie gebrauchen, mit der er hier im textual content, neben dem Be­ griff "Soziologie der Politik", auch gleichberechtigt Verwendung findet. Der Leser solI die soziologische Denk- und Sichtweise, angewen­ det auf Politik als Gegenstand, erlernen.

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New PDF release: Kognition im Umraum

Wie werden räumliche Informationen in Situationen verarbeitet, in denen sich der Akteur in einer realen, vorgestellten oder simulierten Umgebung aufhält oder bewegt? Welchen Beitrag leisten visuelle, auditive, vestibuläre und andere Systeme zur Orientierung im Raum? Wie wird die Rauminformation im Gedächtnis repräsentiert und über fortgesetzte Eigenbewegungen aktualisiert und integriert?

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Die aristotelische Polis ist eine kulturelle Einheit der ethisch Qualifizierten, wahrend der moderne Staat langst nicht mehr diese Kriterien erfiillt und eine politiscbe Einheit sehr verschiedener Lebensgemeinschaften bildet. Politik als Ethik 39 Der moderne Staat ist nicht mehr eine einheitliche ethische Lebensgemeinschaft; der Anspruch, daB die Inhaber von Staatsamtern die ethisch Qualifiziertesten seien, wird nicht mehr akzeptiert; die staatliche Gesetzgebung hat Probleme zu losen, deren Bezug zu ethischen Prinzipien haufig sehr schwierig herzustellen ist, auf jeden Fall aber zu widerspriichlichen Ergebnissen fuhrt; und die staatliche Gesetzgebung unterliegt einem wesentlich rascheren Wandel als der inneren Verpflichtung auf ethische Prinzipien zutraglich ist.

Die Polis ist eine selbstgeniigsame Gemeinschaft, weil sie das oberste, in sich selbst begriindete - selbstgeniigsame - Ziel sichert, das tugendgemiiBe und gerechte Leben. Urn diese Funktion erfiillen zu konnen, mua die Polis eine Reihe von Merkmalen besitzen. Die Polis ist die Gemeinschaft der zur Teilnahme am Gerichtsverfahren und an der Gesetzgebung Berechtigten, die Gemeinschaft der freien und untereinander gleichen Biirger. Als Biirger zugelassen sind jedoch fiir Aristoteles nur die ethisch Qualifizierten.

Eine solche Beschaffenheit scheint aber vor aIlem die Gliickseligkeit zu besitzen. Sie wollen wir immer wegen ihrer selbst, nie wegen eines anderen, wahrend wir die Ehre, die Lust, den Verstand und jede Tugend zwar auch ihrer selbst wegen wollen (denn wenn wir auch nichts weiter von ihnen hatten, so wiirden uns doch aIle diese Dinge erwiinscht sein), doch wollen wir sie auch urn der Gliickseligkeit willen in der Oberzeugung, eben durch sie ihrer teilhaftig zu werden. Die Gliickseligkeit dagegen will keiner wegen jener Giiter und iiberhaupt urn keines anderen willen" (Nikomachische Ethik: l097a, b).

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Basale Soziologie: Soziologie der Politik by Richard Münch


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