Download e-book for iPad: Kritik der Theorie der partizipatorischen Demokratie by Clausjohann Lindner

By Clausjohann Lindner

ISBN-10: 3322877639

ISBN-13: 9783322877635

ISBN-10: 3531120905

ISBN-13: 9783531120904

Bei der vorliegenden Arbeit habe ich zwei Zielsetzungen verfolgt. Die erste Zielsetzung ist eine inhaltliche. Sie besteht darin, zu einer Bewertung des Bundels von Forderungen, Diagnosen und Vorhersagen zu kommen, welches ich "Theorie der partizipatorischen Demokratie" genannt habe. Diese Theorie, welche die westlichen Demokratien im Namen klassischer Demokratieideale kritisiert 'und diesen Idealen an gemessenere gesellschaftliche Institutionen fordert, struggle in den siebziger Jahren Programm des studentischen Masscnprotests. Aber auch nach dem Abflauen dieses Protests erscheint sie von unverminderter Aktua litat, weil sie als Reflex auf das Unbehagen gedeutet werden kann, wel ches durch die Einschnurung des personlichen Freiheitsraums im Gefol ge eines universalen Burokratisierungstrends erzeugt wird, dessen Wirk samkeit ungebrochen ist. Die zweite Zielsetzung ist eine theoretische. Sie besteht darin, die Nutzlichkeit eines an Max Weber orientierten handlungs theoretischen Ansatzes bei Problemen der Erklarung und Vorhersage sozialer Tatbe stande zu erweisen. Zwei solcher Probleme werden auch von der eigent lich normativen Theorie der partizipatorischen Demokratie aufgeworfen: das challenge, ob diese shape der Demokratie realisierbar ist, und das professional blem, ob sich beim dauerhaften Bestand dieser Demokratie die individual lichkeitsveranderungen einstellen, welche die Theorie vorhersagt. Die Losung dieser Probleme erfordert die Formulierung von Bedingungen des Bestands der partizipatorischen Demokratie wie auch von Bedin gungen des Erwerbs bestimmter Personlichkeitsmerkmale. Beide Bedin gungen sind im Rahmen eines handlungstheoretischen Ansatzes formu liert worden. Diese Arbeit ist durch ein zweijahriges Habilitationsstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstutzt worden. Ich danke der Deutschen Forschungsgemeinschaft fur diese Hilfe.

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Wie werden räumliche Informationen in Situationen verarbeitet, in denen sich der Akteur in einer realen, vorgestellten oder simulierten Umgebung aufhält oder bewegt? Welchen Beitrag leisten visuelle, auditive, vestibuläre und andere Systeme zur Orientierung im Raum? Wie wird die Rauminformation im Gedächtnis repräsentiert und über fortgesetzte Eigenbewegungen aktualisiert und integriert?

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Das größte Gewicht unter allen konfliktbegrenzenden Faktoren mißt Lipset jedoch ohne Zweifel "cross-pressures" zu: dem Ausgesetztsein konfligierender Einflüsse, das sich aus der Mitgliedschaft zu mehreren Gruppen oder zumindest der Identifikation mit ihnen ergibt (1959, S. 13). Dies bewirke, daß man Konfliktlösungen ablehne, die auf die völlige Unterdrückung einer Konfliktgruppe durch die andere zielten, da man jeder Gruppe Loyalität bewahren möchte. Weil der Konflikt zwischen gesellschaftlichen Gruppen zum persönlichen Konflikt wird, entscheidet man sich gegen jede einseitige Lösung (1959, S.

Auf eben diese Weise könne auch der Schutz von Minoritätsrechten psychologisch verankert werden (1959, S. 78). Schließlich schildert Lipset noch kompromißbegünstigende politische Strukturen, die handelnden Politikern Verluste einbringen, wenn sie sich nicht um Kompromisse bemühen. B. in einem ZweiParteien-System die Partei keine Chance, gewählt zu werden, die sich einseitig auf die Verwirklichung spezifischer Gruppeninteressen festlegt. Das gleiche gilt in der Regel für Politiker, welche in ihrem Wahlkreis durch Mehrheitswahl bestimmt werden (vgl.

Auch unter dem Gesichtspunkt der Lenkung des Denkens der Gesellschaftsmitglieder auf die Interessen der Gesamtgesellschaft erscheinen solche Gruppen nicht als bestandsnotwendig: einesteils ist nicht erkennbar, inwiefern solch ein Denken bestandsnotwendig wäre - plausibel könnte diese Annahme wohl nur bei Hinzufügung weiterer Annahmen werden -, andererseits ist nicht ersichtlich, inwiefern pluralistische Gruppen notwendig für die Erzeugung solch eines Denkens wären. Das Argument Durkheims würde auch dann nicht haltbar, wenn man es lediglich als Aussage über die bestandsfordernde Wirkung pluralistischer Gruppen interpretieren und die Annahme hinzufügen würde, von allen Bürgern anerkannte Interessen der Gesamtgesellschaft seien dem Bestand der Demokratie förderlich, weil durch die Berufung auf diese gemeinsamen Interessen sonst demokratiesprengende gesellschaftliche Konflikte entstehen würden: es bliebe immer noch unklar, wie die pluralistischen Gruppen solch ein Interesse erzeugen könnten.

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Kritik der Theorie der partizipatorischen Demokratie by Clausjohann Lindner


by Kenneth
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